Gestern Abend war wieder einmal so ein richtiger typischer Donnerstag: Ein paar Kumpels, ein Kinobesuch und die Frage, ob der Film des Abends wirklich etwas taugt oder ob wir am Ende mehr von unserem Popcorn als vom Streifen beeindruckt sein würden. 50 / 50 wie Stefan richtig gesagt hat. Diesmal stand Mr. No Pain auf dem Programm, eine Action-Komödie mit Jack Quaid in der Hauptrolle. Und was soll ich sagen? Ich bin immer noch nicht sicher, ob ich lachen oder mir Sorgen machen soll, dass ich dabei so viel Spaß hatte. Aber fangen wir erstmal von vorne an.
Die Story? Klingt erstmal wie aus dem Actionfilm-Baukasten: Ein introvertierter Bankangestellter, der eigentlich nur in Ruhe zocken will, muss sich plötzlich durch eine Horde Verbrecher prügeln, weil seine Arbeitskollegin (auf die er ein Auge geworfen hat) entführt wird. Klingt bekannt, oder? Doch hier kommt der Kniff: Der Typ spürt keinen Schmerz. Nada. Null. Und genau das macht den Film so absurd unterhaltsam.
Natürlich musste ich während des Films ständig an John Wick oder Nobody denken. Die Parallelen sind da, keine Frage. Aber wo diese Filme sich trotz allem irgendwie ernst nehmen, dreht Mr. No Pain völlig durch. Jack Quaid ist eben kein knallharter Ex-Söldner mit dunkler Vergangenheit, sondern einfach ein Typ, der zufällig eine extreme körperliche Besonderheit hat und sich deshalb durch den Wahnsinn kämpfen kann, ohne bei der ersten Stichverletzung das Zeitliche zu segnen.
Was den Film wirklich ausmacht, sind die Reaktionen im Publikum. Ich schwöre, ich habe selten so viele Leute gleichzeitig zwischen Lachen, Ekel und ungläubigem Staunen schwanken sehen. Manche Szenen sind so grotesk brutal, dass sie fast schon eine Parodie des Genres sind. Andere sind so herrlich übertrieben, dass man gar nicht anders kann, als laut loszulachen. Ein bisschen so, als hätte jemand ein Videospiel mit God Mode in einen Film verwandelt.
Die Frage ist natürlich: Lohnt sich der Film? Ehrlich gesagt, wenn man auf Action mit einer guten Portion Humor steht, dann auf jeden Fall. Erwartet keine tiefgründige Story oder ausgefeilte Charakterentwicklung, aber wenn ihr euch einfach mal wieder mit einer Tüte Popcorn zurücklehnen und einen Film genießen wollt, der keine Angst davor hat, völlig übertrieben zu sein, dann seid ihr hier genau richtig. Ich würde ihn sogar eher im Kino als daheim schauen, einfach weil das kollektive Staunen und Lachen viel von der Erfahrung ausmacht.
Alles in allem gebe ich dem Film eine solide 4 von 5. Kein Meisterwerk, aber definitiv einer der unterhaltsamsten Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Falls ihr ihn euch anschaut, lasst mich wissen, ob ihr an der gleichen Stelle wie ich fast vom Stuhl gefallen seid.
Apropo.. gebt meinen DIY Projekt ein wenig Social Media Liebe, ok? Wäre euch sehr dankbar!